FAQ

Kann ein Passagier das Team Ballonabenteuer.eu auch auf Ballonreisen begleiten?

Ja, natürlich. Wir schreiben immer unter der Rubrik „Events“, wo wir als nächstes mit unserem Heißluftballon sein werden. Sollten Sie Interesse haben uns dorthin zu begleiten, buchen wir für Sie ein Zimmer und nehmen Sie bei Interesse auch als „Crewmitglied“ auf. Dadurch erhalten Sie einmalige Einblicke in die faszinierende Welt des Heißluftballonfahrens und erhalten z.T. Vergünstigungen vor Ort. Nach Absprache nehmen wir Sie auch gerne in unserem exklusiven Begleitfahrzeug mit an den Veranstaltungsort. Wir bitten jedoch um frühzeitige Verbindungsaufnahme, da die Reisen bereits längere Zeit im voraus geplant und gebucht werden müssen.

Warum werden die Fahrgäste beim Aufbau des Ballons beteiligt?

Als Fahrgast bekommen Sie durch die Beteiligung am Auf- und Abbau eines Heißluftballons tiefere Einblicke in die Thematik „Fahren mit einem Ballon“.
Durch den gemeinsamen Auf- und Abbau werden Sie umgehend in alle Sicherheitsdetails und Verhaltensregeln durch unser Team eingewiesen und bekommen so Vertrauen in das Team und auch in das Luftfahrzeug.

Ist Ballonfahrt vom Wetter abhängig?(Voraussetzungen/Thermik, etc.)

Wettervorbereitungen beginnen bereits Tage vor der eigentlichen Ballonfahrt
Ja. Das höchste Entscheidungsmerkmal, ob ein Start mit einem Heißluftballon sinnvoll und möglich erscheint, ist das Studium der Wetterlage. Das beginnt bereits Tage vor der eigentlichen Fahrt. Trotz sorgfälltigster Wettervorbereitungen kann es vorkommen, dass die Startbedingungen am Startplatz anders sind, als zuvor in den verschiedensten Wetterprognosen dargestellt. Wir nutzen u.a. die Wettermodelle des Deutschen Wetterdienstes, die speziell für Luftfahrtpersonal und im Besonderen auch in einer Rubrik für Heißluftballone ausgelegt und bestimmt sind. Zusätzlich nutzen wir weitere Wettermodelle und Berichte, um so ein gutes Gesamtbild zu erhalten.
Die Fahrtbedingungen sind sowohl abhängig von den Wetterbedingungen am Boden wie auch in der Luft (in verschiedenen Höhenlagen) und insbesondere dem zu erwartenden Landegebiet und der Landezeit.

Warum fahren Ballone im Sommer nur Morgens und Abends?

Das hat mit der sogenannten Thermik zutun. Thermik ist eine Form der Auf- und Abwinde. Sie entsteht durch die Sonneneinstrahlung und ist stark von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Die Sonne erwärmt u.a. die Luft in Bodennähe. Dieser Vorgang wird in der Meteorologie als Konvention bezeichnet. Die Folge ist, dass die am Boden erwärmten Luftschichten mehrere hundert Meter in die Höhe transportiert und gleichzeitig kältere Luft aus höheren Luftschichten zum Boden befördert werden. Dadurch können für Ballonfahrer unkontrollierbare Auf- und Abwinde entstehen. Die Thermik wird gerne von z.B. Segel-oder auch Gleitschirmfliegern genutzt. In Tälern ist die Thermik oft für die berühmten Talwinde verantwortlich. Daher fahren im Sommer die Ballone eher Morgens vor oder Abends nach der Thermik. Im Winter hingegen ist eher wenig bis keine Thermik vorhanden.

Welche Ausbildungen benötigt eine Pilotin/ein Pilot für Heißluftballone?

Die Pilotin/der Pilot eines Heißluftballons muss eine Pilotenausbildung absolvieren und Prüfungen in den Bereichen Theorie und Praxis bei der zuständigen Luftfahrtbehörde bestehen.
Ausbildungsinhalte: (Gem. § 46 LuftPersV)
theoretische Ausbildung
erfolgreiche Teilnahme an Ausbildungen im Bereich Erste-Hilfe Ausbildung Flugfunkzeugnis (BZF I=Englisch oder II=Deutsch) Theorie und
Praxisprüfung
Die theoretischen Ausbildungsinhalte umfassen die Sachgebiete:
Luftrecht,
Luftverkehrsvorschriften,
Flugsicherungsvorschriften,
Rechtsvorschriften des beweglichen Flugfunkdienstes,
Navigation,
Meteorologie,
Aerostatik,
Technik,
Verhalten in besonderen Fällen,
Menschliches Leistungsvermögen.
Der Fragenkatalog für die Vorbereitung für die Pilotenprüfung enthält
ca. 1500 Fragen zu den oben genannten Themengebieten.

Welche Arten von Ballonen gibt es?

Man unterscheidet die Ballone grundsätzlich in:
– Gasballone,
– Heißluftballone und
– Heißluft-Gas-Hybrid-Ballone.
Zudem wird in die Kategorien der Fesselballone und Freiballone unterteilt. Fesselballone sind Ballone, die an einem Seil oder an einer Fessel befestigt werden und eine begrenzte Höhe mit dieser Halteeinrichtung aufsteigen können.
Freiballone sind Heißluftballone, die sich frei im jeweiligen Luftraum bewegen können. Freiballone könnten jedoch auch unter bestimmten Voraussetzungen als Fesselballone betrieben werden.

Warum sagt man eigentlich Ballonfahrt und nicht Ballonflug?

In manchen Teilen der Erde spricht man zwar auch vom Ballonfliegen, in Deutschland und weiten Teilen Europas wird jedoch der Begriff Ballonfahrt benutzt.
Man begründet das zum Einen mit der Physik. Dort heißt es, dass Luftfahrzeuge, die leichter als Luft sind (sich also mit warmer Luft oder mit Gas erheben) gefahren werden.
Andererseits hatten wohl auch die ersten Heißluftpioniere den Begriff „Fahren“ benutzt, weil es zur damaligen Zeit noch keine Flugzeuge gab. Man orientierte sich also demnach an der Schifffahrt und den Meeren. Und so war man seinerzeit der Meinung, dass man mit einem Schiff über das Meer fährt und mit einem Ballon ebenfalls durch das (Luft-) Meer fährt. Daher kennen Sie sicher auch die heutigen Begriffe der „Luftfahrt“ und des „Flugkapitäns“.

Wie hoch wird mit einem Ballon gefahren?

Die höchste jemals durchgeführte Fahrt mit einem Ballon führte der Milliardär Vijaypat Singhania im Jahr 2005 in Mumbai durch. Er erlangte eine Höhe von 69.852 Fuß. Das entspricht einer Höhe von mehr als 21290 Metern! Wir fahren aber natürlich deutlich niedriger. Als grober Anhalt kann hier etwa 150 bis 1500 m genannt werden, je nach den geophraschen Begebenheiten natürlich auch höher.

Benötigt man eigentlich Sauerstoff im Ballon?

Hier lohnt sich ein genauerer Blick hinter die Kulissen. Diese Frage ist davon abhängig, wo man Ballon fährt.
In den Höhen, in denen man mit einem Ballon üblicherweise in Deutschland fährt, beträgt die sogenannte Sicherheitshöhe über unbewohntem Land ca. 150 m und über Stadtgebieten oder über Veranstaltungen ca. 300 m. Hier benötigt man natürlich keinen Sauerstoff.
Aber: Fährt man (beispielsweise) in den Alpen, dann ist die Regelung wie folgt:
Gem. Betriebsordnung für Luftfahrtgerät (LuftBO):
§ 21 „Ergänzungsausrüstung durch äußere Betriebsbedingungen“
Darin heißt es:
„Luftfahrzeuge ohne Druckkabine müssen mit einer Sauerstoffanlage und Atemgeräten sowie einem angemessenen Sauerstoffvorrat ausgestattet sein, wenn sie;
– mehr als 30 Minuten in Höhen über 3 600 m (12 000 Fuß) NN fliegen/fahren,
– im gewerbsmäßigen Luftverkehr in Höhen über 3 000 m (10 000 Fuß) NN fliegen/fahren,
– oder sie 4 000 m (13 000 Fuß) NN übersteigen.“Natürlich besitzen wir eine solche Sauerstoffanlage, die stets geprüft und auf dem neusten Stand der Technik ist. Für „normale Fahrten im Flachland“ wird diese jedoch nicht benötigt.

Wie lange dauert eine Ballonfahrt?

Die Fahrt mit einem Heißluftballon hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich beträgt die Fahrt zwischen 50 min und 1 Std und 30 min. Bei guten Wetterbedingungen und in Abhängigkeit von der gefahrenen Höhe und der Außentemperatur kann die Fahrt auch bis zu 2 Std und länger betragen. Der Pilot kann aber aufgrund äußerer, z.B. geographischen oder wettertechnischen Faktoren eine frühere Landung beginnen.
Bedenken Sie aber, dass zu der eigentlichen Fahrtzeit noch folgende Zeiten hinzukommen:
die Fahrtzeit zum Startplatz,
die Einweisung in die Sicherheitsbestimmungen,
das Aufrüsten des Ballons,
das Verstauen des Ballons,
die Ballontaufe und
der Rückweg zum Startplatz .
Sie bekommen also viele faszinierende und wunderschöne Erlebnisse und Momente präsentiert, weit über die eigentliche Ballonfahrt hinaus.
Insgesamt kann man ca. 3-5 Stunden rechnen, die wir für Sie da sind und Sie rundum zum Thema Heißluftballon betreuen.

Wird die Luft eigentlich kälter je höher man aufsteigt?

Ja, aber… Die Sonne ist ca. 150 000 000 km von der Erde entfernt. Ein Teil der von ihr ausgesendeten (kurzwelligen) Sonnenstrahlung erreicht den Erdboden und wird von ihm aufgenommen (absorbiert). Gleichzeitig sendet (emittiert) der Erdboden langwellige Wärmestrahlung aus. Diese Strahlung sorgt für eine Erwärmung der unteren Luftschichten. Vor allem an heißen Sommertagen kann man diese Strahlung als eine Art Flimmern über asphaltierten Straßen erkennen.
Der Luftdruck nimmt mit zunehmender Höhe ab. Dadurch verlangsamt sich die Teilchenbewegung in der Luft und somit nimmt die Lufttemperatur ab. Dies gilt zumindest für die untere Luftschichten, für die diese Aussage so getroffen werden kann.
Faustformel: pro 100 m an Höhenzunahme nimmt die Temperatur um ca. 0,6 Grad ab. Steigt man also um ca. 1000 m (ca. 3020 Fuß) , nimmt die Temperatur um ca. 6 bis 8 Grad ab.
Aber – die Wärmestrahlung der beiden Brenner nicht vergessen. Die spürt man im Korb, so dass auch Fahrten bei kälteren Temperaturen ein schönes Erlebnis sind und bei richtiger Kleidung zum Wohlfühlen einladen.

Was ist die passende Kleidung für Passagiere?

Diese Frage kann man Pauschal nicht beantworten, da die Kleidung bei einer Winterfahrt in den Hochalpen (eher Wollsachen die Warm halten) anders zu wählen wäre, als im Hochsommer (z.B. Jeans und Hemd) .
Generell kann man jedoch folgendes festhalten:
festes Schuhwerk (Wanderschuhe, Trackingschuhe, etc.) Niemals mit Sandalen oder hochhackigen Schuhen eine Ballonfahrt antreten! Die Kleidung sollte vergleichbar einer Wanderung gewählt werden, zum Aufrüsten und zur Landung keine Schals oder langes, offenes Haar tragen Genauere Bestimmungen, Tipps und Hinweise erhalten Sie von unserem Team, sobald wir wissen, wann und wo Sie mit uns Fahren möchten.

Kann der Pilot einen Ballon in bestimmte Richtungen steuern?

Ja, aber…
Flugzeuge beispielsweise sind sogenannte Dreiachser. Ein kann man Flugzeug um drei Achsen bewegen/steuern.
Also um die Längsachse, die Hochachse und die Querachse.
An einem Heißluftballon gibt es weder Quer noch Höhenruder und grundsätzlich auch keine sonstigen technischen Einrichtungen für eine Änderung der Achsen.
Ausnahme: Wenn der Ballon über sogenannte „Drehventile“ verfügt. Das sind tangentiale Luftaustritte durch Luftschlitze nahe dem Ballonäquator. Damit kann der Ballon sich gezielt um die eigene Achse drehen.
Es ist also grundsätzlich nicht möglich, einen Ballon direkt zu steuern, vergleichbar einem Flugzeug.
Aber – um auf die Fahrtrichtung und Geschwindigkeit Einfluss nehmen zu können, wird der erfahrene Pilot/die erfahrene Pilotin die in den unterschiedlichen Höhen vorhandenen verschiedenen Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten ausnutzen. Durch gezieltes Steigen oder Sinken können Winde so ausgenutzt werden, um sich einem gewünschten Ziel nähern zu können. Hierzu gibt es Wettbewerbe von der Deutschen Meisterschaft bis hin zur Weltmeisterschaft, wo genau diese Dinge abverlangt werden.
Wie an anderer Stellen bereits beschrieben, wird durch Betätigung des Brenners die Luft in der Ballon-Hülle erwärmt, wodurch der Ballon steigt. Durch langsames Abkühlen der Luft beginnt der Ballon wieder zu sinken. Ein rasches Sinken des Ballons kann durch das bedachte Öffnen des „Parachutes“ erfolgen. Der Parachute ist aus demselben Material wie die Hülle und befindet sich an der Spitze des Ballons. Während des Aufrüstens wird der Parachute bei unserem Ballon durch Klettverschlüsse mit der umgebenden Hülle verbunden und verschlossen. Während der Fahrt bleibt der Parachute durch den Druck der aufsteigenden warmen Luft ebenfalls geschlossen. Durch bedachtes Ziehen an einem Seil kann die Pilotin/der Pilot den Parachute öffnen. Dadurch kann warme Luft aus der Hülle entweichen. Durch das Loslassen der Leine wird der Parachute wieder geschlossen.

Gibt es Gewichts-/Altersbegrenzungen für Passagiere/Kinder?

Im Grunde gibt es kein vorgeschriebenes Gewicht für einzelne Passagiere. Wichtig ist, dass die Passagiere ihr „richtiges“ Gewicht bei Fahrtbeginn bekanntgeben, damit die Pilotin/der Pilot das Startgewicht errechnen und die Fahrthöhe in Abhängigkeit der Temparatur bestimmen kann. Für einen Heißluftballon sind Mindest- und Maximalgewichte zu berücksichtigen. Insgesamt muss der Pilot also darauf achten, dass das maximale Startgewicht nicht überschritten und das Mindeststartgewicht nicht unterschritten wird. Eine Altersbegrenzung gibt es grundsätzlich nicht. Aber Kinder müssen mindestens 1,30 bis 1,40 m groß sein. Eine Altersbegrenzung für ältere Passagiere gibt es nicht. Sie sollten weitgehend fit und mobil genug sein.

Gesundheitlichen Voraussetzungen für Passagiere?

Passagiere sollten gesund und einigermaßen fit sein, da sie meist zum Auf- und Abbau des Ballons benötigt und eingesetzt werden . Zudem ist der Korbrand an underem Korb 1,10 m hoch. Ein gefahrloses und gegebenenfalls auch schnelles Ein- oder Aussteigen sollte gewährleistet sein. Passagiere die Operationen über sich ergehen lassen mussten, müssen dies dem Pilot/der Pilotin zuvor bekanntgeben. Danach wird gemeinsam über eine Teilnahme oder im schlimmsten Fall auch dem Ausschluss von der Ballonfahrt gesprochen und durch den Piloten/der Pilotin letztlich eine Entscheidung herbeigeführt. Gleiches gilt auch bei Schwangerschaften. Jeder Passagier muss vor der Fahrt eine Sicherheitsbelehrung unterzeichnen. Darin werden die Sicherheitsrisiken erläutert, Verhaltensweisen vorgegeben und im Anschluss eine genaue Sicherheitsunterweisung am, respektive im Luftfahrzeug durchgeführt. So konnten wir bis heute allen Gästen faszinierende Momente der Luftfahrt auf einem hohen Sicherheitsniveau bieten und immer wieder sicher landen.

Höhenangst im Heißluftballon?

Nach unseren Erfahrungen haben Passagiere in Heißluftballonen eher keine ernsthaften Probleme in Bezug auf die sogenannte Höhenangst. Selbst meine Frau, die ebenfalls grundsätzlich auf Gebäuden oder Brücken unter Höhenangst leidet, hat im Heißluftballon keine Probleme. Wir haben Ihnen an dieser Stelle und zu dieser Frage einen wissenschaftlichen Artikel zu diesem dargestellt.
Keine Angst vor Flugangst!
Hamburger Abendblatt (Pressebericht vom 02.07.02) mit dem Titel „Die Angst fährt mit“
Psychotherapie:
Um ihre Höhenangst zu besiegen, schwebten zwei Frauen im Heißluftballon über die Lüneburger Heide. Das Abendblatt war dabei. Von Cornelia Werner
Warum habe ich mich bloß darauf eingelassen?“, stöhnt Angelika von Karchowski (51). Zweifelnd guckt sie auf den Heißluftballon, der sich vor dem graublauen Himmel 29 Meter hoch aufbläht. Nur noch wenige Minuten und dann geht die Fahrt in luftiger Höhe los. Für Angelika und Andrea Bockelmann (46) ist sie eine Herausforderung. Denn, begleitet von ihrem Psychotherapeuten Dr. Volkhard Lechner, wollen sie damit ihre Höhenangst besiegen. „Dahinter steht das Prinzip, dass man durch die Angst hindurchgehen muss. Dann hört sie irgendwann auf,“ erklärt Dr. Lechner, Psychotherapeut in Südergellersen (Niedersachsen). Mit gemischten Gefühlen steigen die Frauen in den Korb ein. Andrea wird von ihrem Ehemann begleitet. Sie bieten vier Personen Platz, aber jede muss sich mit einer Stehfläche von 0,3 Quadratmetern, etwas mehr als zwei DIN–A3–Blätter, begnügen. Nicht gerade viel, besonders nicht für Menschen, die neben der Höhenangst auch noch die Enge fürchten. „Nicht nur die Höhe ist schlimm, sondern auch das Eingesperrtsein, die Enge, die Hitze vom Brenner“, seufzt Angelika. Ihr Gesicht ist angespannt, Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn. Während wir langsam in die Luft steigen, legt sie ab und zu den Kopf auf die Polster der Brüstung, guckt in den Korb hinunter. Andrea hingegen blickt starr geradeaus, ihr Gesicht ist kreidebleich, mit schweißnassen Händen drückt sie einen kleinen Plüschaffen. Nach zehn Minuten sind hundert Meter Höhe erreicht.
Vor uns liegen die Wälder und Wiesen der Lüneburger Heide, unter uns stehen Häuser wie Spielzeuge. Doch die beiden Frauen können der schönen Weitsicht nichts Positives abgewinnen. „Das Schlimme ist das Ausgeliefertsein, und unter uns sehe ich keine Wiese zum Landen“, klagt Angelika. Andrea traut sich erst gar nicht, nach unten zu schauen. „Ich bin ganz steif, kann diese Fahrt noch nicht genießen.“ Nach 20 Minuten schlägt die Stimmung um: „Ich guck jetzt mal nach unten“, sagt Angelika entschlossen. „Das ist ja gar nicht so schlimm, und es ist beruhigend, sich an der Brüstung festhalten zu können“, kommentiert sie. Nur wenige Minuten später:
„Ich habe es geschafft!“ Sie lächelt, die Anspannung ist aus ihrem Gesicht gewichen und macht Erleichterung Platz. „Ich bin stolz auf mich. Ich kann hier zwar nicht weg, aber es ist ja noch jemand da, der mich festhält. Ich bin froh, dass ich eingestiegen bin“, sagt sie und guckt hinunter zu den Menschen, die den warmen Sommerabend in ihren Gärten verbringen. Auch Andrea wagt einen zaghaften Blick nach unten: „Ich kann die Fahrt jetzt genießen, fühle mich leicht und kann nach unten gucken, muss mich zwar festhalten, aber es wird immer besser.“ Bei Angelika schlägt die Freude fast in Euphorie um: „Jetzt möchte ich feiern. Eigentlich müsste ich anschließend gleich noch ins Riesenrad steigen.“ Während die Ballonfahrt langsam zu Ende, plant Angelika schon die nächste Tour – mit ihrer Familie. Dass sie bei dieser Fahrt ihre Angst überwunden hat, macht ihr Mut. „
Diese Ermutigung wollte Dr. Lechner erreichen. „Aus diesem Erlebnis kann die Überzeugung erarbeitet werden: ,Wenn ich das geschafft habe, schaffe ich andere Dinge auch.‘ Denn die Höhenangst tritt in der Regel nicht isoliert auf, sondern ist kombiniert mit anderen Ängsten, zum Beispiel vor überfüllten Plätzen, Tunneln, Fahrstühlen, Menschenansammlungen oder Flugzeugen“, erklärt Lechner.
Patienten, die unter massiven Ängsten leiden, geraten in einen Teufelskreis. „Nach der ersten Panikattacke entsteht oft Angst vor der Angst, davor, ihr hilflos ausgeliefert zu sein, zusammenzubrechen, sich nicht mehr unter Kontrolle zu haben“, beschreibt Lechner. Diese Angst führt dazu, dass die Patienten Situationen, die Angst auslösen, vermeiden. Ihr Lebensraum wird enger, die Angst wächst, das Selbstvertrauen schwindet. Das kann so weit gehen, dass die Patienten nicht mehr das Haus verlassen. Die Folge: soziale Beziehungen leiden, das wiederum verstärkt die Angst.
Häufig dauert es Jahre, bis solche Angststörungen festgestellt und behandelt werden. „Denn um angstbesetzten Situationen aus dem Wege zu gehen, entwickeln die Patienten Strategien, die sie geschickt vor der Umwelt verbergen. Dahinter steckt oft Scham. Das Schlimmste an der Angst ist das Gefühl der Hilflosigkeit. Das entwürdigt den Menschen und ist nur ganz schwer zu verarbeiten.“
Der Weg, um sich aus dem Teufelskreis zu befreien, ist, sich der Angst zu stellen, so Lechner. Helfen können Entspannungstechniken wie Atemübungen. Denn während schnelles Atmen Angstbereitschaft steigert, führt langsames Atmen zu einer gewissen Entspannung.
Eine weitere Therapiemethode besteht darin, dass sich der Patient die angstauslösende Situation in der Fantasie vorstellt. Der Therapeut lenkt währenddessen die Augenbewegungen des Patienten mit dem Finger. „Es hat sich gezeigt, dass mit dieser Methode, die auch in der Traumatherapie eingesetzt wird, die Ängste auf ein Normalmaß reduziert werden können“, erklärt Lechner.
Nach einer Stunde in der Luft landen wir auf einer Wiese bei dem kleinen Ort Rettmer südlich von Lüneburg. Die einstimmige Bilanz: Die Fahrt war ein voller Erfolg. Für sie war das Erlebnis sehr überraschend, hat sie doch sonst immer Angst vor Situationen, in denen sie keinen festen Boden mehr unter den Füßen hat, besonders, wenn sie in ein Flugzeug steigt. Am Anfang hatte auch sie das Gefühl: „Was mache ich jetzt? Warum bin ich hier bloß eingestiegen?“ Doch jetzt sind Andrea und Angelika überglücklich. „Wir haben es geschafft, sind wir nicht stark?“

Wie läuft eine Ballonfahrt grundsätzlich ab?

  1. Sie buchen eine Ballonfahrt.
  2. Nach Erhalt des Gutscheins rufen Sie bei uns an und wir finden gemeinsam einen Termin für Ihre Fahrt. Hierbei müssen wir Ihre Wünsche und den Wetterbericht in Einklang bringen. (Hinweis: Seriöse Wettervorhersagen betrachten nicht mehr als drei Tage im voraus)
  3. Bitte rufen Sie uns unbedingt am Tag vor dem Termin an, damit wir Ihnen eine Rückbestätigung aufgrund der Wetterdaten geben können. Es kann passieren, dass wir Wetterbedingte Absagen am Treffpunkt aussprechen müssen. Dies ist eher selten – aber nicht ausgeschlossen (Sicherheit geht eben immer vor!).
  4. An dem vereinbarten Termin treffen wir uns pünktlich an dem zuvor mit Ihnen abgestimmten Treffpunkt.(Bitte immer pünktlich erscheinen)
  5. Nach der theoretischen und praktischen Einweisung der Passagiere – bauen (rüsten) wir gemeinsam den Ballon auf und starten.
  6. Das Verfolgerfahrzeug startet kurz nach uns und trifft i.d.R. ungefähr mit uns am Landeplatz ein.
  7. Wir selbst landen nach ungefähr 1 bis 1,5 h Fahrtdauer, je nach Wetterlage und Landschaftsgegebenheiten.
  8. Nach der Landung bauen wir gemeinsam mit dem Bodenteam den Ballon ab und verstauen ihn wieder in unserm Fahrzeug.
  9. Die Gäste, die zum ersten Mal mit einem Heißluftballon in die Lüfte gehen, werden nun bei unserer traditionellen Ballonfahrertaufe mit Feuer, Erde und edlem Taufwasser in „den Stand der Adeligen“ erhoben und erhalten eine schöne Taufurkunde als Erinnerung an diesen besonderen Tag. Auf Wunsch bieten wir ein kleines aber feines Picknick an! Ballonfahren macht hungrig.
  10. Am Ende fahren wir gemeinsam in unserem Verfolgerfahrzeug zu dem ursprünglichen Startplatz zurück.
  11. Insgesamt sollten Sie sich – je nach Fahrtdauer und Geländebegebenheiten – 3 bis 5 Stunden Zeit nehmen.
  12. Fotos machen – kein Problem, aber bitte auf die Mobiltelefone und Kameras stets gut acht geben und zur Landung sicher verstauen.